Ein Drucker für 89 Euro kann über fünf Jahre teurer sein als ein Gerät für 240 Euro. Das ist kein Spruch aus einer Werbebroschüre, sondern einfache Mathematik. Der Anschaffungspreis ist ein einmaliger Posten, der Seitenpreis läuft jeden Tag mit. Wer beides verwechselt, zahlt die Differenz über Jahre in kleinen Raten.
Die Rechnung dazu passt in eine Zeile, und sie dauert zwei Minuten. Danach wissen Sie, ob Ihr Gerät günstig ist, und können zwei Angebote tatsächlich vergleichen.
Die Formel
Preis der Kartusche geteilt durch die Reichweite in Seiten ergibt die Kosten pro Seite. Das Ergebnis rechnen Sie in Cent, sonst haben Sie zu viele Nullen hinter dem Komma.
Beispiel: Ein kompatibler Toner für 24,90 Euro mit 2.600 Seiten Reichweite kostet 0,96 Cent pro Seite. Ein Originaltoner für 89 Euro bei gleicher Reichweite kostet 3,42 Cent pro Seite. Der Unterschied beträgt 2,46 Cent.
Was daraus über ein Jahr wird
|
Druckvolumen |
Kompatibel |
Original |
Differenz |
|
200 Seiten im Monat |
23 Euro |
82 Euro |
59 Euro |
|
500 Seiten im Monat |
58 Euro |
205 Euro |
147 Euro |
|
1.500 Seiten im Monat |
173 Euro |
616 Euro |
443 Euro |
|
3.000 Seiten im Monat |
346 Euro |
1.231 Euro |
885 Euro |
Die Zahlen sind auf zwölf Monate gerechnet und auf ganze Euro gerundet. Sie sehen daran: Je mehr gedruckt wird, desto weniger spielt der Gerätepreis eine Rolle und desto mehr der Seitenpreis. Bei einem Büro mit drei Arbeitsplätzen ist der Unterschied über drei Jahre im vierstelligen Bereich.
Die Reichweite ist eine Norm, keine Werbeaussage
Hier wird am häufigsten falsch gerechnet, auf beiden Seiten. Reichweitenangaben folgen zwei Normen: ISO/IEC 19752 für Monochrom-Laser und ISO/IEC 19798 für Farblaser. Beide gehen von fünf Prozent Deckung auf einer A4-Seite aus. Fünf Prozent entsprechen etwa einem normalen Geschäftsbrief mit Anschrift, Betreff und zwei Absätzen Text.
Wer anders druckt, erreicht andere Zahlen. Das ist kein Mangel und kein Betrug, sondern eine Folge der Norm.
|
Was Sie drucken |
Grober Deckungsgrad |
Wirkung auf die Reichweite |
|
Geschäftsbrief, reiner Text |
4 bis 6 Prozent |
Angabe trifft zu |
|
Dichter Text, kleine Schrift |
8 bis 10 Prozent |
etwa halbe Reichweite |
|
Tabellen mit Rahmen und Kopfzeilen |
12 bis 18 Prozent |
etwa ein Drittel |
|
Präsentationen mit Farbflächen |
20 bis 30 Prozent |
ein Fünftel oder weniger |
|
Fotos und Vollflächen |
über 40 Prozent |
nicht mehr vergleichbar |
Praktischer Tipp zur Selbsteinschätzung: Halten Sie eine typische Seite Ihrer Ausdrucke gegen das Licht und schätzen Sie, wie viel der Fläche bedruckt ist. Wer regelmäßig über zehn Prozent liegt, sollte mit der halben angegebenen Reichweite rechnen und die XL-Varianten der Kartuschen nehmen.
Die Posten, die in der Rechnung gern fehlen
Der Toner ist nur ein Teil der Betriebskosten. Rechnen Sie die folgenden Teile auf die Seite um und addieren Sie sie, dann wird der Vergleich zwischen zwei Geräten ehrlich.
- Trommeleinheit, sofern getrennt. Typisch 12.000 bis 30.000 Seiten, bei Kyocera auch über 100.000. Preis geteilt durch Reichweite, meist 0,2 bis 0,4 Cent pro Seite.
- Fixiereinheit, 50.000 bis 200.000 Seiten. Bei Haushaltsgeräten selten relevant, bei Bürogeräten durchaus.
- Transferband und Resttonerbehälter bei Farblasern, meist ab 50.000 Seiten.
- Papier. Ein Blatt 80-Gramm-Kopierpapier kostet je nach Einkauf 0,6 bis 1,2 Cent, also oft mehr als der Toner darauf.
- Strom. Ein Laserdrucker zieht beim Fixieren kurzzeitig viel Leistung. Bei hohem Volumen ein messbarer, bei wenigen Seiten ein vernachlässigbarer Posten.
Bei Farblasern kommt eine Besonderheit dazu: Vier Toner werden selten gleichmäßig leer. Wer überwiegend Text in Schwarz druckt und nur gelegentlich ein Logo in Farbe, hat am Ende drei halbvolle Farbkartuschen und eine leere schwarze. Rechnen Sie Schwarz und Farbe deshalb getrennt.
Ein vollständiges Beispiel
Ein kleines Büro druckt 1.200 Seiten im Monat, überwiegend Text in Schwarzweiß, auf einem Brother-Monochromlaser mit getrennter Trommel.
- Toner kompatibel, 3.000 Seiten für 25 Euro: 0,83 Cent pro Seite
- Trommel kompatibel, 12.000 Seiten für 30 Euro: 0,25 Cent pro Seite
- Papier, 500 Blatt für 4,50 Euro: 0,90 Cent pro Seite
- Summe: 1,98 Cent pro Seite, also rund 24 Euro im Monat oder 285 Euro im Jahr
Mit Originalverbrauchsmaterial läge dieselbe Rechnung bei etwa 3,95 Cent pro Seite und damit bei rund 569 Euro im Jahr. Die Differenz von 284 Euro entspricht etwa dem Preis eines neuen Druckers.
Laser oder Tintenstrahl, kurz entschieden
|
Jahresvolumen |
Empfehlung |
|
unter 600 Seiten |
Tintenstrahl möglich, aber Vorsicht: eingetrocknete Düsen kosten mehr als der gesparte Gerätepreis |
|
600 bis 10.000 Seiten |
Monochrom-Laser mit kompatiblem Toner, der größte Hebel auf die Kosten |
|
über 10.000 Seiten |
Gerät mit XL-Kartuschen, getrennter Trommel und großem Papierfach |
|
viel Farbe, wenig Menge |
Tintenstrahl mit Tanksystem oder Farblaser mit kleinen Kartuschen |
Die Faustregel für Gelegenheitsdrucker: Wenn das Gerät wochenlang steht, ist ein Laser die ruhigere Wahl. Tonerpulver trocknet nicht ein, Tinte schon.
Drei Stellschrauben, die sofort wirken
- XL-Kartuschen statt Standardgrößen. Der Mehrpreis ist fast immer kleiner als die zusätzliche Reichweite. Pro Seite sparen Sie oft dreißig Prozent.
- Duplexdruck als Standard im Treiber einstellen. Halbiert den Papierverbrauch, der bei Textdokumenten der größte Einzelposten ist.
- Entwurfsmodus oder Tonersparmodus für interne Dokumente. Reduziert den Verbrauch um etwa ein Drittel bei Ausdrucken, die ohnehin im Ordner verschwinden.
Der Gerätepreis in der Rechnung
Bis hierher haben wir nur die laufenden Kosten betrachtet. Für eine Kaufentscheidung muss der Gerätepreis dazu, und zwar verteilt auf die Nutzungsdauer. Rechnen Sie mit fünf Jahren, das ist bei Laserdruckern eine realistische Annahme, solange Verbrauchsmaterial lieferbar bleibt.
Beispiel mit zwei Geräten bei 1.000 Seiten im Monat, also 60.000 Seiten in fünf Jahren. Gerät A kostet 89 Euro und hat eine integrierte Kartusche mit 2,80 Cent pro Seite. Gerät B kostet 240 Euro, hat eine getrennte Trommel und liegt bei 1,10 Cent pro Seite.
|
Posten |
Gerät A |
Gerät B |
|
Anschaffung |
89 Euro |
240 Euro |
|
Verbrauchsmaterial über 60.000 Seiten |
1.680 Euro |
660 Euro |
|
Gesamt über fünf Jahre |
1.769 Euro |
900 Euro |
|
Umgerechnet pro Seite |
2,95 Cent |
1,50 Cent |
Das günstigere Gerät kostet über die Laufzeit fast das Doppelte. Der Mehrpreis von 151 Euro bei Gerät B ist nach etwa 10.400 Seiten eingespielt, also nach rund zehn Monaten. Ab da verdient das teurere Gerät Geld.
Prüfen Sie vor dem Kauf noch einen Punkt, der in keiner Tabelle steht: Ist das Verbrauchsmaterial breit verfügbar? Ein Gerät mit einer exotischen Kartusche, die nur der Hersteller liefert, hat keinen Preisdruck im Markt und bleibt teuer. Modelle von Brother, HP, Canon und Samsung haben große Sortimente an Alternativen, bei Nischenmarken sieht das anders aus.