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Laserdrucker druckt Streifen: woher sie kommen und was wirklich hilft

08.10.2026
Laserdrucker druckt Streifen: woher sie kommen und was wirklich hilft
Toner Factory Magazin

Streifen im Ausdruck sind ein Symptom, keine Diagnose. Wer bei den ersten Linien sofort eine neue Kartusche kauft, trifft in etwa der Hälfte der Fälle das falsche Teil. Dabei verrät das Druckbild sehr genau, wo das Problem sitzt. Man muss nur wissen, worauf zu schauen ist.

Drei Angaben reichen für die Diagnose: die Richtung des Streifens, seine Farbe und der Abstand, in dem er sich wiederholt. Nehmen Sie sich einen Ausdruck und ein Lineal, dann sind Sie in fünf Minuten weiter.

Schritt 0: eine Testseite drucken

Bevor Sie etwas auseinandernehmen, drucken Sie die geräteeigene Testseite oder Reinigungsseite aus dem Druckermenü. Das hat zwei Gründe. Erstens schließt es die Möglichkeit aus, dass das Problem in der Datei oder im Treiber liegt und gar nicht im Drucker. Zweitens hat die Testseite definierte Flächen, auf denen Fehler besser sichtbar werden als in einem normalen Brief.

Legen Sie dabei frisches Papier aus einem ungeöffneten Paket ein. Feuchtes Papier aus einem Stapel, der wochenlang offen lag, erzeugt eigene Fehlerbilder, die wie ein Tonerproblem aussehen.

Die Diagnose nach Streifenart

Senkrechte weiße Streifen, immer an derselben Stelle

Senkrecht heißt hier: in Laufrichtung des Papiers, also von oben nach unten auf der Seite. Weiße Streifen bedeuten, dass an dieser Position kein Toner auf das Papier kommt. Entweder geht die Kartusche zur Neige, oder das Pulver hat sich einseitig abgesetzt, etwa weil die Kartusche auf der Schmalseite gelagert wurde.

Erste Maßnahme: Kartusche heraus, fünf Mal waagerecht schwenken, wieder einsetzen. Verschwindet der Streifen und kommt nach zwanzig Seiten zurück, ist der Toner tatsächlich leer. Bleibt er sofort bestehen, schauen Sie auf die Entwicklerwalze, ob dort eine Verunreinigung sitzt.

Senkrechte schwarze Linien, dünn und scharf

Scharf abgegrenzte schwarze Linien entstehen fast immer auf der Trommel. Ein Kratzer in der Beschichtung, ein Papierkrümel oder eine Heftklammer, die sich eingeklemmt hat. Öffnen Sie die Trommeleinheit in einem halbdunklen Raum und schauen Sie die Walze im Streiflicht an. Fremdkörper lassen sich vorsichtig entfernen, ein Kratzer nicht. Bei Geräten mit getrennter Trommel tauschen Sie dann die Trommeleinheit, nicht den Toner.

Vorsicht: Die Walzenoberfläche nie mit den Fingern berühren und nie mit einem Tuch darüber reiben. Hautfett und Mikrokratzer erzeugen genau die Fehler, die Sie beseitigen wollen.

Waagerechte Streifen in regelmäßigem Abstand

Hier wird es präzise. Jede rotierende Walze im Drucker hat einen festen Umfang. Wenn auf ihr ein Defekt sitzt, erscheint er bei jeder Umdrehung erneut auf dem Papier, immer im gleichen Abstand. Messen Sie den Abstand zwischen zwei Streifen mit dem Lineal, dann wissen Sie, welches Bauteil es ist.

Abstand

Verdächtiges Bauteil

etwa 38 mm

Ladewalze in der Trommeleinheit

etwa 45 bis 50 mm

Entwicklerwalze im Toner

etwa 75 bis 80 mm

Entwicklerwalze oder Transferwalze, modellabhängig

etwa 94 mm

Trommelwalze

über 100 mm

Fixiereinheit oder Transferband

Die Werte sind Richtwerte und unterscheiden sich je Gerät, aber die Reihenfolge stimmt bei fast allen Laserdruckern. Je größer der Abstand, desto weiter hinten im Papierweg sitzt das Bauteil.

Flächiger grauer Schleier über die ganze Seite

Toner haftet, wo er nicht hingehört. Die häufigste Ursache ist eine müde Trommel, deren Beschichtung die Ladung nicht mehr sauber hält. Die zweithäufigste ist die Luftfeuchtigkeit. Über siebzig Prozent relative Feuchte machen Laserdruckern zuverlässig das Leben schwer, weil das Papier Feuchtigkeit zieht und die elektrostatische Übertragung gestört wird. Ein Drucker im feuchten Keller oder im Bad ist eine schlechte Idee.

Prüfen Sie außerdem den Resttonerbehälter, sofern Ihr Gerät einen hat. Ein voller Behälter drückt Pulver zurück in den Papierweg.

Verschmierte Stellen, die beim Reiben abfärben

Das ist der eindeutigste Fall in dieser Liste. Wenn der Toner sich mit dem Finger verwischen lässt, wurde er nicht eingebrannt. Verantwortlich ist die Fixiereinheit, die nicht mehr heiß genug wird oder deren Walzenoberfläche verschlissen ist. Weder ein neuer Toner noch eine neue Trommel helfen hier. Fixiereinheiten halten je nach Gerät 50.000 bis 200.000 Seiten, bei einem Bürogerät im Dauerbetrieb also durchaus erreichbar.

Ein zweiter, harmloser Grund für dasselbe Symptom: zu schweres oder beschichtetes Papier. Fotopapier für Tintenstrahler gehört nie in einen Laserdrucker, die Beschichtung schmilzt.

Nur eine Farbe streift, bei Farblasern

Drucken Sie ein Testbild mit allen vier Farben getrennt. Wenn nur Cyan oder nur Magenta streift, haben Sie das Bauteil schon eingegrenzt: Toner oder Trommel dieser Farbe. Betrifft es alle Farben gleichmäßig, liegt es am Transferband oder an der Fixiereinheit, also an einem Bauteil, das alle Farben gemeinsam durchlaufen.

Richtig reinigen

Beim Reinigen machen die meisten denselben Fehler. Deshalb kurz und deutlich.

  • Niemals mit dem Haushaltsstaubsauger. Tonerpartikel sind fünf bis zehn Mikrometer groß und gehen durch jeden normalen Filter hindurch, direkt zurück in die Raumluft.
  • Gehäuseinneres mit einem leicht feuchten, fusselfreien Tuch auswischen, bei größeren Mengen mit einem Tonerstaubsauger mit HEPA-Filter.
  • Verschütteten Toner mit kaltem Wasser aufnehmen. Warmes Wasser lässt den Kunststoff anschmelzen und sich festsetzen.
  • Den Koronadraht in der Trommeleinheit mit dem eingebauten grünen Schieber reinigen, mehrmals von Anschlag zu Anschlag und am Ende wieder in die Ausgangsposition stellen. Bleibt der Schieber in der Mitte stehen, gibt es einen senkrechten Streifen.
  • Papierstaub aus der Papierkassette und von den Einzugsrollen entfernen, mit einem trockenen Tuch.

Was nicht hilft

Im Netz kursieren Tipps, die bei Laserdruckern nichts bringen oder schaden. Selbst erstellte Reinigungsseiten mit großen schwarzen Flächen verbrauchen nur Toner. Eine Druckkopfreinigung gibt es beim Laser gar nicht, das ist eine Funktion von Tintenstrahlgeräten. Die Kartusche in den Backofen oder auf die Heizung zu legen, um das Pulver gangbar zu machen, ruiniert das Gehäuse. Und Druckluft aus der Dose bläst Tonerstaub nur tiefer in die Mechanik und in Ihre Lunge.

Vorbeugen

  • Drucker in einem trockenen Raum mit normaler Zimmertemperatur aufstellen, nicht in direkter Sonne.
  • Papier im verschlossenen Paket lagern und nur so viel einlegen, wie in einigen Tagen verbraucht wird.
  • Ersatzkartuschen waagerecht und in der Originalverpackung lagern.
  • Mindestens einmal pro Woche eine Seite drucken. Geräte, die monatelang stehen, machen mehr Probleme als Geräte im täglichen Einsatz.
  • Bei jedem Tonerwechsel kurz den Innenraum auswischen und den Koronadraht reinigen. Zwei Minuten, die viele Fehlerbilder verhindern.